Endometriose und Therapie – Teil 2

naturheilkundliche Aspekte und Therapiebausteine

Endometriose und Therapie

Endometriose ist eine chronische Erkrankung während der fruchtbaren Lebensphase einer Frau. Sie zählt zu den häufigsten Erkrankungen in der Gynäkologie, da je nach Quelle ca. 10-15% der geschlechtsreifen Frauen betroffen sind. Die Dunkelziffer kann weitaus höher geschätzt werden.

Endometriose geht häufig mit starken Unterbauchbeschwerden, Unwohlsein, sowie schmerzhaften und starken Regelblutungen einher. Eine ausführlichere Beschreibung der Erkrankung und mögliche Belastungen auf die weibliche Identität finden Sie im Teil 1 zur Endometiose.

Naturheilkundliche Therapieansätze

Da die Ursachen von Endometriose bis dato nicht geklärt sind, vermag sowohl die schulmedizinische als auch die naturheilkundliche Behandlung, die Endometriose nicht zu heilen. 

Meine naturheilkundliche Therapiepansätze berücksichtigen neben den medizinischen Fakten, die Patientin ganzheitlich und möchten sie ermutigen, ihre natürlichen Potenziale im Umgang mit der Erkrankung zu stärken. Deshalb kann es keinen Therapiekanon geben, der für alle Patientinnen in Art, Umfang und Dauer identisch ist. Ich möchte Ihnen nun folgend einige naturheilkundlichen Aspekte und Therapiebausteine vorstellen.

Umweltgifte

Umweltgifte und -schadstoffe haben zunehmend Einfluss auf den menschlichen Organismus. Gerade Stoffe, die eine beeinträchtigende Wirkung auf den Hormonhaushalt haben (endokrine Disruptoren), können die Entstehung und/oder Entwicklung von Endometriose fördern. Endokrine Disruptoren binden an menschlichen Hormonrezeptoren und können eine hemmende oder aktivierende Wirkung haben. Dabei wird keine natürliche hormonelle Wirkung ausgelöst, sondern eine hormonähnliche Reaktion nachgeahmt. Die Rezeptoraktivierung unterscheidet sich in Effekt, Wirkung, enzymatischen Abbau und Ausscheidung. Gerade endokrine Disruptoren mit einer östrogenähnlichen Wirkung können sich auf den Krankheitsverlauf von Endometriose auswirken.

Beispiel endokriner Disruptor mit östrogenähnlicher Wirkung – Bisphenol A

Bisphenol A kommt in vielen (Alltags-) Gegenständen aus stabilen Kunstharzen vor und war eine der ersten chemischen Substanz, der eine östrogenähnliche Wirkung nachgewiesen werden konnte.

Vorkommen:  

Kunstglas, Gehäuse von elektrischen/elektronischen Geräten (u.a. Mobiltelefone, Wasserkocher, Kaffeemaschinen oder Computer), Flaschen und Behälter für Lebensmittel und Getränke, Brillengläser, mikrowellenfestes Geschirr, Kunststoffbestecke, Kochutensilien, Bodenbeläge, Lacke (u.a. als Beschichtung für Haushaltsgeräte), Getränkedosen und Konservendosen (als Innenbeschichtung)

Aufnahme in den menschlichen Körper

Bisphenol A wird hauptsächlich über Lebensmittel aufgenommen. In Verbindung mit Wasser löst sich Bisphenol A aus den Innenbeschichtungen von Getränke- und Konservendose, sowie aus Flaschen und Behältern.

Vermeiden Sie nach Möglichkeit Konserven und verwenden Sie Glas- statt Plastikflaschen.

Phytinsäure

Phytinsäure ist eine bioaktiven Substanzen und kommt in Pflanzen, besonders in Hülsenfrüchten, Getreide und Ölsamen vor. Sie fördert das Wachstum von pflanzlichen Keimlingen, in dem sie Phosphat und Kalium, Magnesium u.a. speichert.

Viele Mineralien können nicht direkt im Magen aufgenommen, sondern werden erst im Dünn- oder Dickdarmdarm resorbiert. Phytinsäure kann die Aufnahme von Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink und Kupfer durch eine Komplexsalzbildung teilweise verhindern.

Patientinnen mit Endometriose sollten auf eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen achten. Besonders wertvoll ist Zink, als wichtiger Co-Faktor für die Immunabwehr und Eisen. Eine verstärkte Menstruation mit erhöhtem Blutverlust, kann zu einem ausgeprägtem Eisenmangel (Anämie) führen. Häufig haben Betroffene eine höhere Allergie- und Unverträglichkeitsrate auf verschiedene Kontaktstoffe, sowie eine unausgewogene Darmflora. Das kann neben der Mangelversorgung an Mikronährstoffen auch zu Verdauungsproblemen, wie schmerzhafte Blähungen, die auf die Endometrioseherde drücken, führen.

Phytinsäure kommt in Weizen- und Sojaprodukten*, Reis, Hülsenfrüchte, Nüsse und Keimlingen vor. Empfehlenswerte Alternativen sind Sauerteig- oder Roggenprodukte in Bioqualität.

*Sojaprodukte sollten Endometriosepatientinnen auch auf Grund der östrogenähnlichen Wirkung stark reduzieren oder vermeiden.

Endometriose und Therapie

Eisenmangel

Eisen ist ein Mineral und zentraler Baustein des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin und wichtig für die Bildung von roten Blutkörperchen. Durch einen Mangel an Eisen wird die Produktion des roten Blutfarbstoffes, des Hämoglobins, gestört. Er ist der Hauptbestandteil der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Die Folgen sind Müdigkeit, Infektanfälligkeit und verminderte körperliche Leistungsfähigkeit.

Ein erhöhter Eisenbedarf wird bei Frauen besonders durch Menstruation, Schwangerschaft und Stillperiode hervorgerufen. Patientinnen, mit einer verstärkten Menstruation und/oder verlängerten Zyklen, was typische Symptome einer Endometriose sind, verlieren entsprechend mehr Blut. Dies kann zu einer Eisenmangelanämie führen.

Typische Symptome

  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, körperliche Schwäche
  • Infektanfälligkeit
  • Kopfschmerzen
  • Haut- und Schleimhautblässe
  • trockene, rissige Haut/ Mundwinkelraghaden
  • Herzrasen
  • Kurzatmigkeit

Diagnostik

Erste Hinweise auf eine Anämie können sich aus den geschilderten Beschwerden, einer Grunderkrankung und der körperlichen Untersuchung ergeben. Aussagekräftig ist ein Differenzialblutbild, um die genaue Eisenversorgung im Organismus einschätzen zu können und mögliche therapeutische Maßnahmen einzuleiten.

Menstruationshygiene

Eines der häufigsten Begleitsymptome sind sehr starke und schmerzhafte Regelblutungen, die häufig auch mit Zwischenblutungen und einer verlängerten Blutungsdauer eingehen. Eine wahre mentale und praktische Herausforderung!

Einige Patientinnen empfinden Tampons als schmerzverstärkend. Nach dem Einführen des Tampons in die Vagina, saugt es sich mit Blut voll und vergrößert dadurch sein Volumen. Dadurch kann es das Druckgefühl im kleinen Becken verstärken oder auf Endometrioseherde drücken, was zusätzliche Schmerzen auslösen kann.

Endometriose und Therapie

Menstruationstassen

Menstruationstassen werden aus medizinischem Silikon hergestellt und können in verschiedenen Größen und Designs gekauft werden. Die passende Menstruationstasse kann anhand der anatomischen Gegebenheiten der Frau, wie die Festigkeit der Beckenbodenmuskulatur und Länge des Gebärmutterhalses oder Stärke der Menstruationsblutung ausgesucht werden.

Die Menstruationstassen verändern das Volumen während dem Tragen nicht, sondern fangen das Blut innerhalb der Tasse auf. Dadurch kann es nicht zu einer (druck-) schmerzhaften Veränderung kommen, wie es beim Tragen eines Tampons möglich ist.

Das Falten und Einführen der Tassen erfordert etwas Übung, ist aber dennoch leicht zu lernen.

Periodenunterwäsche

Periodenunterwäsche erfreut sich immer größerer Bekanntheit. Je nach Firma gibt es verschiedene Modelle, von Slip mit Spitzenbündchen, Hipster/ Highwaist oder Panty. Meist sind sie in den Farben schwarz oder beige bestellbar. Die Unterwäsche ist mit einer speziellen bakterienhemmenden Membran ausgekleidet, die ein trockenes Tragekomfort, Geruchsneutralität und hohe Saugfähigkeit verspricht. Verschiedene Modelle können nach Passform und Blutungsstärke gewählt werden. Die Periodenunterwäsche kann allein oder in Kombination mit einer Einlage getragen werden.

Vorteile

  • Schutz bei unregelmäßigen Zyklen
  • Kein intravaginales Druckgefühl
  • Kann begleitend zu herkömmlichen Einlagen getragen werden
  • Angenehmes Tragekomfort
  • Nachhaltigkeit

Phytotherapie – Krampf lass nach!

Das Wissen um die Kraft der Heilpflanzen ist seit jeher ein großer Bestandteil der Frauenheilkunde. Heilpflanzen und- kräuter können als Teerezepturen, Auflagen, Urtinkturen oder als spagyrische und/oder gemmotherapeutische Mischungen verabreicht werden.

Bei der Zusammenstellung von individuellen Mischungen werden die Symptome/ Beschwerden, Konstitution und Mentalität der Patientin in Einklang mit der Signatur und Heilwirkung der Pflanze gebracht. Auch Darreichungsform und Anwendungsdauer können von Patientin zu Patientin sehr unterschiedlich sein.

Beispiel einer krampflösenden Teemischung

  • Gänsefingerkraut (Potentilla anseria)
  • Schnellball            (Viburnum opulus)
  • Frauenmantel      (Alchemilla vulgares)
  • Silbermantel         (Alchemilla alpina)

Unterstützend können sanfte Massagen des Bauches mit krampflösenden Ölen vor oder während der Menstruation, wärmende Kräuterauflagen oder eine Fußreflexzonenmassage wirken. 

Entspannung – Körper und Geist im Einklang

Chronische Erkrankungen sind eine körperliche und mentale Belastung. 

Endometriosepatientinnen können regelmäßig körperliche Schmerzen haben. Ob Unterbauchbeschwerden, Rückenschmerzen, Verdauungsstörungen oder Nachwehen vorangegangener Operationen. Chronische Schmerzen können das vegetative Nervensystem Neben den körperlichen Beschwerden können die psycho- /sozialen Stressfaktoren, wie Ängste, Verzweiflung, unerfüllter Kinderwunsch oder partnerschaftliche Probleme, die mentale Stärke einer betroffenen Frau belasten.

Es ist daher wichtig, die vorhandene Resilienz zu stärken und die Patientinnen in ihrer körperlichen und mentalen Selbstwahrnehmung zu fördern. Entspannungstechniken können helfen, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse sicht- und fühlbar zu machen und auch wieder einen Zugang zur eigenen Körperlichkeit zu erlangen.

Besonders gut geeignet sind Atemtechniken, da sie den Körper (aktives und bewusstes atmen) und Geist (reflektorische Stimulation des parasympathischen Nervensystems*) in Einklang bringen. Mit etwas Übung können bewusste Atemzüge in schmerzende Regionen, Anspannungen und Verkrampfungen lösen und so zur Schmerzreduktion beitragen.

*Das vegetative Nervensystem besteht aus einem sympathischen und parasympathischen Anteil.

Das sympathische Nervensystem reguliert die Stressantwort über eine hormonelle Achse (Noradrenalin/ Adrenalin) und über die Erregung der sympathischen Nervenbahnen, die die Herzfrequenz steigern, den Muskeltonus erhöhen uvm. 

Das paarsympathische Nervensystem ist der Gegenspieler und fördert Entspannung, soziales Miteinander, Immunabwehr und Regeneration.

Aktuelle Entspannungsangebote finden Sie hier.

Naturheilpraxis Josephine Reuter

Prinz-Eugen-Str. 14/ 04277 Leipzig

Telefon: 0341 24764271

Handy: 0172 5167240

Website: https://reuter-naturheilpraxis.de/

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